Ähnlich einem Armbändchen mit Zierelementen – ob mit Kettengliedern oder ohne – in jedem Fall mit Kirmes-Leuchtmitteln auf Motiv-Platten. Die Kirmes-Leuchtmittel sind bestückt mit jeweils 10 LEDs, und die Platten in den Formen Kreis, Fünfeck und Stern nehmen diese Teilung auf. Die Leuchtmittel – nach vorne und zurück strahlend – sind individuell in den Farben Warmweiß, Mandelweiß, Rot, Grün, Blau, Zitronengelb, Goldgelb, Orange oder Pink wählbar.
In kleiner Stückzahlen produziert, schmücken sie den Raum oder hängen im Garten über einem Ast.

„Lido & Tivoli“, Berlin  2025
Leuchtenentwicklung
Fotos: Anne Boissel

Ein Luftraum bezeichnet einen offenen, geschossübergreifenden Raum zwischen einer oberen Ebene und der darunter. Im Grundriss wird er oft durch diagonale Linien über der offenen Fläche gekennzeichnet.
Auf einer Brache an den Bahngleisen in Wien erbaut, hat das Atelierhaus C.21 viele Lufträume und große Fensterflächen, die Blickbeziehungen nach außen und innen öffnen. Im Erdgeschoss befinden sich die Gemeinschaftsräume Foyer, Aula und Salon mit drei Lufträumen. Für diese wurde ein Lichtkonzept erstellt. Jeweils eine diagonale Linie, bestehend aus zwei seitlichen Lichtbändern und einer zentralen Stromschiene, die mit Strahlern flexibel bestückt werden kann, hängt diagonal im Raum. Umgesetzt wurde der Entwurf im Bereich der Aula.
Anlässlich einer Veranstaltung wurden die Lichtlinien temporär mit roten Folien beklebt und erinnern an Bahnschranken.

„Luftraum“, C.21 Wien 2025/ 2026
Lichtgestaltung/ Lichtinstallation
Architektur: Werner Neuwirth
Umsetzungsbegleitung Akustik, Licht und Raumteilung: KABE studio
Fotos: Anne Boissel

„Lichterkette“, Café Tiergarten, Berlin 2025
Temporäre Lichtinstallation, Prototypentwicklung
Fotos: Anne Boissel

In den Kellerräumen eines Einfamilienhauses in Berlin-Westend sollte ein zusätzliches Arbeitszimmer mit Teeküche und WC geschaffen werden. Der Entwurf der Architektinnen lebt von dem kräftigen Farbkonzept, den rauen Oberflächen mit schwarzen Abgang, dem Verteiler und den silbern verpackten Rohren.
Kernelement der Lichtgestaltung ist das hinterleuchtete Bestands-Kellerfenster, welches in Wirklichkeit zugemauert ist. Mit weißem Überfangglas bestückt, hat es keine Aussicht. Und weil es so schön ist, wurde an einer zweiten Stelle ein weiteres nachgebaut. So ergibt sich die Illusion zweier Fenster, welche in Wirklichkeit keine sind. 

„Kellerfenster“, Berlin 2024
Lichtgestaltung: Anne Boissel
Architektur: Flacke + Otto Architekten BDA
Fotos: Sebastian Pfütze

Der Bunker am Dokumentationszentrum Obersalzberg sollte als Schutzraum eines Bürogebäudes der Parteikanzlei der NSDAP und des „Platterhofs“ dienen. Der Bunker Obersalzberg ist ein begehbares Exponat des 2023 eröffneten Dokumentationszentrum Obersalzberg. Er ist Teil der von 1943 bis zum Kriegsende in Teilen realisierten, über sechs Kilometer langen Bunkeranlage des „Führersperrgebietes“, das rund um Hitlers Haus Wachenfeld, den späteren Berghof, eingerichtet wurde.
Das Lichtkonzept für die Allgemeinbeleuchtung sieht vor, dass sämtliche durch den Besucher begehbaren Räume über durchgängige Lichtbandleuchten an der Decke beleuchtet werden. Diese Leuchten dienen gleichzeitig der Ausstellungsbeleuchtung. Ziel der neuen Beleuchtung ist, den Bunker möglichst neutral und rundum zu beleuchten. Als Lichtfarbe wurde Neutralweiß (4000K) geplant. Das Lichtkonzept erinnert eher an Beleuchtungen von zeitgenössischen Kunstgalerien.
Zusätzlich wird das Gebäude an manchen Stellen über eine zusätzliche Beleuchtung hervorgehoben, um die Aufmerksamkeit der Besucher auf die wichtigen Schlüsselexponate des Bestands zu lenken. Auch hier wird die gleiche neutralweiße Lichtfarbe verwendet und wirkt dabei selbstverständlich und nicht über-inszeniert. Die nicht begehbaren Räume werden indirekt über Leuchten rechts und links an den Rückseiten der Wände neben den Türen beleuchtet.

„Realexponat Bunkerruine“, Obersalzberg, 2023
Lichtgestaltung
Projektleitung Ausstellung: Institut für Zeitgeschichte
(Dr. Sven Keller, Albert Feiber)
Ausstellungsarchitektur: ramićsoenario Ausstellungsgestaltung
Grafik: Studio Ra
Fotos: Andrew Alberts

Der Obersalzberg war 1933 bis 1945 das Zentrum der Macht des Nationalsozialismus und zweiter Herrschaftssitz von Adolf Hitler und seinen engen Vertrauten. Dieser verbrachte dort ein Viertel seiner Amtszeit. Eingebettet in die Schönheit der Berglandschaft diente dieser liebliche Ort der Propaganda – gleichzeitig wurden hier Entscheidungen über Verfolgung, Krieg und Völkermord getroffen.
Die Dauerausstellung am Obersalzberg thematisiert unter dem Titel „Idyll und Verbrechen“ die Parallelität von idyllischer Propaganda, dem Ort selbst als Führersperrgebiet und demgegenüber die Grausamkeiten, die von hier aus entschieden wurden. Erklärt wird die Geschichte in fünf Kapiteln: die Bühne Obersalzberg/ „Führer“, Volk und Sperrgebiet/ Bergwelt und Wehrmacht/ Täterort und Tatorte/ nach Hitler. Umlaufend um das räumliche Zentrum der Ausstellung wird der Täterort Obersalzberg aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Hier wird die Propagenda in Warmweiß mittels Strahlern und Vitrinenleuchten gedämpft mit 50 Lux beleuchtet. Immer wieder gibt es Blickbeziehungen zu dem Zentrum der Ausstellung. Dort sind die Tatorte: Hartheim, Leninggrad, Kaunas, Warschau, Treblinka und Auschwitz. Hell, himmelsgleich und schattenfrei diffus in Neutralweiß und einer Helligkeit vom 500 Lux ist dieser Bereich von überall präsent und unübersehbar. Dazwischen sind Übergangszonen mit Schottendecken, die sowohl diffus in Neutralweiss als auch mittels Strahlern an Pendelstangen in Warmweiß ausgeleuchtet sind.

„Idyll und Verbrechen“, Obersalzberg 2023
Lichtplanung: Anne Boissel
Projektleitung Ausstellung: Institut für Zeitgeschichte
(Dr. Sven Keller, Albert Feiber)
Ausstellungsarchitektur: ramićsoenario Ausstellungsgestaltung
Grafik: Studio Ra
Fotos: Andrew Albers

Der temporäre Showroom zieht nochmal um – und so auch wieder die Leuchten. Sämtliche Leuchten, die für eine andere Einbausituation geplant waren, werden im neuen Kontext als Reuse-Projekt neu gedeutet. Bisherige Einbauleuchten brauchen neue Gehäuse zur Aufnahme der Betriebsgeräte. Die Rohbaudecke mit den silbernen Rohrverkleidungen wird fortgesetzt, indem mit ähnlichen Materialien die notwendigen Gehäuse für Klemmstellen und Betriebsgeräte gebaut werden. Für Langfeldleuchten werden Reflektoren entworfen, aus Backlight-LEDs und silbernen quadratischen Kästen wird eine „Glitzerlinie“ gebaut. Die große Lichthaube über dem Modell wird nur zur Hälfte in den Trockenbau eingebaut, mehrere Langfeldleuchten werden zur Pendelleuchte mit silbernen Blechen gebündelt.

„Showroom residental relocated 2“, Am Tacheles Berlin, 2023
Lichtgestaltung
Architektur: platena+jagusch.architekten/ Studio For Space
Fotos: Andrew Alberts

 

 

Die öffentlichen Bereiche im Erdgeschoss des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft wurden lichttechnisch, akustisch und medientechnisch überarbeitet. Die Räumlichkeiten umfassen den Konferenzraum, den Besuchergruppenraum, das Pressefoyer sowie die anschließenden Flure. Im Besuchergruppenraum und im Konferenzraum wurde die Decke komplett erneuert und von den Architekten als offene Baffeldecke gestaltet. In den Flurbereichen und im Pressefoyer sollte die Kühldecke erhalten bleiben. Neben der technischen Beleuchtung (Allgemeinbeleuchtung, Putzlicht, Videokonferenzbeleuchtung, Pressebeleuchtung) sollte auch eine atmosphärische, farbige Beleuchtung für Veranstaltungen geplant werden, die in unterschiedlichen Farben gesteuert wird. Der Lichtentwurf sieht vor, dass das farbige Licht immer über die indirekte Beleuchtung der Wände erzeugt wird. Dies geschieht sowohl über die schräge Wand und eine Stirnseite im Konferenzraum als auch über die lange Flurwand gegenüber den Atrien. Diese Wand kann im Farbverlauf eingestellt werden. Auch vom Besuchergruppenraum und vom Konferenzraum ist diese Wand durch die Fenster gut sichtbar; das Licht, wahlweise farbig oder weiß eingestellt, gibt den Räumen eine Atmosphäre. Im Pressefoyer kann ein Kranz (Kapitell) aus Mini-Downlight in den Farben Rot, Blau und Grün als atmosphärische Beleuchtung dazu geschaltet werden.

„BMEL“, Berlin 2023
Lichtgestaltung
Architektur Gebäude: Anderhalten Architekten
Architektur Umplanung: SHS Architekten
TGA-Planung: Canzler Ingenieure
Fotos: Andrew Alberts

Das denkmalgeschützte Kulturhaus „Martin-Andersen-Nexö“ aus den 50er Jahren des Architekten Emil Leibold in Rüdersdorf soll in den kommenden Jahren saniert werden. Als Vorab-Maßnahme wurden die denkmalgeschützten Leuchten restauriert und auf zeitgenössische Technik umgerüstet. Es handelt sich um insgesamt 400 Leuchten und 33 verschiedene Typen mit 33 unterschiedlichen Sanierungskonzepten. Die Planung und Umsetzung wurde mit dem Denkmalschutz abgestimmt. Sämtliche Leuchten wurden demontiert und nach der Sanierung wieder eingebaut.

„Kulturhaus Rüdersdorf“, Rüdersdorf, 2022
Planung denkmalgerechte Sanierung Bestandsleuchten
Fotos: Andrew Alberts

Der Bauherr ist ein Sammler von Kunst, Design und von Sportwagen. Seine Begeisterung für James Turell wurde umgesetzt in eine gelbe Beleuchtung der neuen Garage, die sich in den Hang unterhalb des sanierten 50er-Jahre-Wohnhauses schiebt. Die gelben Linien, die in die Decke eingelassen wurden, betonen die Unterzüge, die jeweils auf einer Seite gestuft sind und auf der anderen Seite auf Null zulaufen. Die Linien spiegeln sich in den Karosserien der Autos.

„Im Wiener Wald“, Hinterbrühl 2022
Lichtgestaltung
Architektur: KABE Architekten/ Thomas Kröger
Fotos: Christina Häusler